Smartphone-Verwendung in Schwellenländern

Das Smartphone hat Marktbarrieren niedergerissen und in diversen Branchen für raschen Wandel gesorgt. In Schwellenländern hat die Technik Verbrauchern ein effektives Werkzeug an die Hand gegeben. Dadurch können Schwellenmarktunternehmen ihre Mitbewerber aus Industrieländern in manchen Sektoren überholen, indem sie klassische Geschäftsmodelle überspringen. In China schufen Handy-Apps wie Alipay und WeChat Plattformen, die aus dem Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken sind. Infolgedessen nimmt auch der mobile Zahlungsverkehr rasant zu. Für Afrika prognostiziert McKinsey, dass schon in fünf Jahren 450 Millionen Menschen Mobile-Banking nutzen werden. Für eine physische Filialinfrastruktur besteht daher kaum Bedarf. Bei Überweisungen ermöglichen Handy-Apps einen problemlosen Geldtransfer und sorgen für erhebliche Kapitalflüsse aus Industrieländern in Schwellenländer, wenn Arbeitnehmer Gelder nach Hause schicken. Diese Entwicklung hat gerade erst eingesetzt und wird die Grenzen zwischen Industrie- und Schwellenländern immer mehr verschwimmen lassen. Anleger müssen daher in Bezug auf das Potenzial von Schwellenländer-Portfolios umdenken.

Colm McDonagh – Head of Emerging Market Fixed Income. Insight Investment, ein Unternehmen von BNY Mellon

Das Smartphone hat Marktbarrieren niedergerissen und in diversen Branchen für raschen Wandel gesorgt. In Schwellenländern hat die Technik Verbrauchern ein effektives Werkzeug an die Hand gegeben. Dadurch können Schwellenmarktunternehmen ihre Mitbewerber aus Industrieländern in manchen Sektoren überholen, indem sie klassische Geschäftsmodelle überspringen. In China schufen Handy-Apps wie Alipay und WeChat Plattformen, die aus dem Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken … erfahren Sie mehr

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Warum Trumps Popularität seit Beginn des Jahres um ca. 5% gestiegen ist

Populismus ist definiert als ideologische Bewegung, die besagt, dass die Bürger von einer kleinen Gruppe privilegierter Eliten benachteiligt und schlecht behandelt werden. Daher ist leicht zu verstehen, warum sich diese Bewegung derzeit zunehmender Beliebtheit erfreut.

In den USA stagnieren die Reallöhne im mittleren und Niedriglohnsegment seit mehr als einem Jahrzehnt, doch die oberen 5% der Erwerbstätigen haben im gleichen Zeitraum einen deutlichen Anstieg der Reallöhne erfahren. Wenn es dem Nachbarn so richtig gut geht, während man selber nur mit Mühe über die Runden kommt, dann schürt das Unzufriedenheit.

Dieser Zeitraum fällt nun auch mit der Rezession im Anschluss an die Finanzkrise zusammen, die zudem die langsamste Erholungsphase nach einer Rezession seit fast 100 Jahren darstellt. Populismus galt als einer der wichtigsten Treiber, die Donald Trump bei der Wahl im November 2016 den Weg ins Präsidentenamt ebneten, aber nicht nur in den USA ist diese Bewegung auf dem Vormarsch. Ändert sich das Manifest, nach dem die Kandidaten gewählt werden, so kann das Änderungen in der Politik nach sich ziehen, was wiederum die Aktienmärkte beeinflusst.

Nun haben die USA einen „populistischen“ Präsidenten, der nicht nur eine andere Politik verfolgt, sondern auch auf gänzlich andere Art und Weise mit der Wählerschaft kommuniziert. Er gilt als kontrovers, doch trotz seiner Art und seiner Herangehensweise hat er einige seiner zentralen politischen Ziele erfolgreich umgesetzt. Neben der Reform von Obamacare ist es Trump gelungen, die Unternehmenssteuer zu senken, sodass US-Firmen ausländische Gewinne zu einem niedrigeren Steuersatz zurückführen können, und er hat mit der Umsetzung regulatorischer Reformen begonnen.

Wir betrachten den Großteil seiner Schlagzeilenpolitik als wachstumsfördernd und unternehmerfreundlich, weshalb wir Chancen am US-Aktienmarkt erkennen.

Chuck Cook – Portfoliostratege. BNY Mellon Asset Management North America

Populismus ist definiert als ideologische Bewegung, die besagt, dass die Bürger von einer kleinen Gruppe privilegierter Eliten benachteiligt und schlecht behandelt werden. Daher ist leicht zu verstehen, warum sich diese Bewegung derzeit zunehmender Beliebtheit erfreut. In den USA stagnieren die Reallöhne im mittleren und Niedriglohnsegment seit mehr als einem Jahrzehnt, doch die oberen 5% der Erwerbstätigen haben im gleichen Zeitraum … erfahren Sie mehr

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Wie Babyboomer unsere Städte verändern

Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation nähern sich dem Rentenalter, und die Vorstellung von einem geruhsamen Ruhestand auf dem Land weicht immer mehr dem Wunsch nach einem Alterssitz in der Stadt. Für einen Lebensabend in der Stadt sprechen der bessere Zugang zu Kunst und Kultur, die bessere medizinische Versorgung und die Möglichkeit, auf ein eigenes Auto verzichten zu können. Der aktuelle Trend zur Reurbanisierung beschleunigt das Wachstum der Städte, was wiederum die Nachfrage nach Dienstleistungen und die Anforderungen an die Infrastruktur erhöht.

Die Städte wachsen nicht physisch, aber es leben immer mehr Menschen dort. Hieraus ergibt sich eine Vielzahl potenzieller Herausforderungen, sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht.

Krankenhäuser, Rehazentren und Einrichtungen für betreutes Wohnen werden benötigt, um die immer älter werdende Bevölkerung zu versorgen. Im Gegensatz zu anderen Branchen, die sich mit dem Aufkommen des digitalen Zeitalters konfrontiert sehen, sind Immobilien nach wie vor eine unverzichtbare Grundvoraussetzung, für die es keinen digitalen Ersatz gibt. Ein Großteil der Infrastruktur, die für diesen tektonischen demografischen Wandel benötigt wird, muss erst noch errichtet werden, und überall im Land laufen Bauprojekte an, die unserer alternden Bevölkerung das Leben erleichtern werden. So wird das Wachstum der Seniorenbevölkerung bis 2030 eine Vergrößerung der Anzahl an Krankenhausbetten um 30% erforderlich machen.

Eine der Ressourcen, die durch diesen Trend zunehmend in Anspruch genommen wird, ist Wasser. Es gibt beim Wasserbedarf keinen operativen Hebel – jeder Mensch benötigt zum Überleben täglich zwei Liter Wasser. Je mehr Menschen in die Städte drängen, desto mehr Wasser muss in diese Gebiete transportiert werden. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation nähern sich dem Rentenalter, und die Vorstellung von einem geruhsamen Ruhestand auf dem Land weicht immer mehr dem Wunsch nach einem Alterssitz in der Stadt. Für einen Lebensabend in der Stadt sprechen der bessere Zugang zu Kunst und Kultur, die bessere medizinische Versorgung und die Möglichkeit, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Der aktuelle Trend zur Reurbanisierung beschleunigt das Wachstum der Städte, was wiederum die Nachfrage nach Dienstleistungen und die Anforderungen an die Infrastruktur erhöht.

Die Städte wachsen nicht physisch, aber es leben immer mehr Menschen dort. Hieraus ergibt sich eine Vielzahl potenzieller Herausforderungen, sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht.

Krankenhäuser, Rehazentren und Einrichtungen für betreutes Wohnen werden benötigt, um die immer älter werdende Bevölkerung zu versorgen. Im Gegensatz zu anderen Branchen, die sich mit dem Aufkommen des digitalen Zeitalters konfrontiert sehen, sind Immobilien nach wie vor eine unverzichtbare Grundvoraussetzung, für die es keinen digitalen Ersatz gibt. Ein Großteil der Infrastruktur, die für diesen tektonischen demografischen Wandel benötigt wird, muss erst noch errichtet werden, und überall im Land laufen Bauprojekte an, die unserer alternden Bevölkerung das Leben erleichtern werden. So wird das Wachstum der Seniorenbevölkerung bis 2030 eine Vergrößerung der Anzahl an Krankenhausbetten um 30% erforderlich machen.

Eine der Ressourcen, die durch diesen Trend zunehmend in Anspruch genommen wird, ist Wasser. Es gibt beim Wasserbedarf keinen operativen Hebel – jeder Mensch benötigt zum Überleben täglich zwei Liter Wasser. Je mehr Menschen in die Städte drängen, desto mehr Wasser muss in diese Gebiete transportiert werden.

Jim Lydotes – The Boston Company, Teil von BNY Mellon Asset Management North America.

Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation nähern sich dem Rentenalter, und die Vorstellung von einem geruhsamen Ruhestand auf dem Land weicht immer mehr dem Wunsch nach einem Alterssitz in der Stadt. Für einen Lebensabend in der Stadt sprechen der bessere Zugang zu Kunst und Kultur, die bessere medizinische Versorgung und die Möglichkeit, auf ein eigenes Auto verzichten zu können. Der aktuelle … erfahren Sie mehr

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MarketEye: Der 3,8 Bio. US-Dollar schwere Anleihensektor, den Sie möglicherweise gar nicht kennen

Im vergangenen Jahr 2017 sowie Anfang 2018 wurden die USA von einer Vielzahl heftiger Wettereignisse und Klimakatastrophen heimgesucht. Es gab drei Hurrikans: „Harvey“ in Texas, „Irma“ in Florida sowie „Maria“ in Puerto Rico. Zusammengenommen haben diese drei Stürme einen Schaden von rund 203 Mrd. US-Dollar verursacht. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Volkswirtschaften dieser Bundesstaaten, die Infrastruktur der dortigen Kommunen sowie deren Steuer- und Einnahmensituation.

Die US-Amerikaner wurden darüber hinaus Zeugen von Tornados, Überflutungen sowie heftiger Winterstürme an der Ostküste. Längst vergessene Begriffe tauchen plötzlich wieder auf – wie etwa „Bombogenese“. Darunter versteht man sogenannte „Bombenzyklone“ – also Sturmtiefs, die rasant an Geschwindigkeit zunehmen.  Im Winter 2017/2018 wurde die US-Ostküste gleich zweimal von solchen Sturmtiefs getroffen. Die letzten schweren Winterstürme dieses Ausmaßes liegen bereits mehrere Jahrzehnte zurück.

Die Staaten, die unter solchen Klimakatastrophen leiden, kennen die Auswirkungen des Klimawandels sowie dessen Folgen auf ihre Gemeinden also nur zu gut. Deshalb gründeten mehrere Bundesstaaten als Reaktion auf den Ausstieg der Trump-Administration aus dem Pariser Klimaabkommen die „US Climate Alliance“. Kalifornien, Washington und New York legten den Grundstein, und schon bald schlossen sich 13 weitere Staaten (sowie Puerto Rico) an. Das Ziel dieser Initiative besteht darin, die Vorgaben des Pariser Abkommens zu erfüllen – also die CO2-Emissionen von dem Niveau von 2015 bis zum Jahr 2025 um 26% bis 28% zu senken.

Auf Basis ihres BIP sind diese Bundesstaaten durchaus mit vielen souveränen Volkswirtschaften vergleichbar. So entspricht beispielsweise das BIP Kaliforniens in etwa der Wirtschaftsleistung Frankreichs, während das BIP von New York mit dem von Kanada mithalten kann. Darüber hinaus verfügen diese Staaten über eine eigene Verfassung, eine eigene Gesetzgebung sowie ein eigenes Steuerrecht. Um Infrastrukturprojekte – zu denen auch Maßnahmen gegen den Klimawandel zählen – zu finanzieren, begeben diese Bundesstaaten Anleihen.

Diese sogenannten Kommunalobligationen sind eine breite und vielfältige Anlageklasse und haben bereits einen Großteil der Ausgaben für die Instandhaltung und Sanierung von US-Infrastruktur finanziert. Mit 3,8 Bio. US-Dollar ist der Markt für Kommunalobligationen fast halb so groß wie der Markt für US-Unternehmensanleihen – und mit einem Rückgang des Marktvolumens ist derzeit nicht zu rechnen. Dies gilt insbesondere wegen der anhaltenden bzw. sich möglicherweise sogar noch intensivierenden Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Dan Rabasco, Standish, Teil der BNY Mellon Asset Management North America Corporation

Im vergangenen Jahr 2017 sowie Anfang 2018 wurden die USA von einer Vielzahl heftiger Wettereignisse und Klimakatastrophen heimgesucht. Es gab drei Hurrikans: „Harvey“ in Texas, „Irma“ in Florida sowie „Maria“ in Puerto Rico. Zusammengenommen haben diese drei Stürme einen Schaden von rund 203 Mrd. US-Dollar verursacht. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Volkswirtschaften dieser Bundesstaaten, die Infrastruktur der dortigen … erfahren Sie mehr

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Mit dem Mythos aufräumen: Wertschwankungen können den Erträgen zugute kommen

Im Jahr 2017 ließ die Weltwirtschaft die Phase eines schleppenden, von den USA dominierten Wachstums hinter sich und setzte zu einer eher synchronen weltweiten Erholungstendenz an. Angesichts einer nach wie vor recht moderaten Inflation stiegen die Unternehmensgewinne kräftig an. Dies kam sowohl den Aktien- als auch den Credit-Märkten zugute, während die Volatilität in der Folge auf historische Tiefs sank. Bisher hat sich das Jahr 2018 für einige Investoren jedoch als wesentlich herausfordernder erwiesen. Im I. Quartal 2018 ist die Volatilität angestiegen, weil US-Volatilitätsprodukte aufgelöst worden sind. Noch verstärkt wurde dieser Effekt durch sich intensivierende Spannungen im Hinblick auf die weltweiten Handelsbeziehungen sowie durch Gewinnmitnahmen bei US-Technologiewerten. Zwar sind unerwartete Wertschwankungen auf kurze Sicht zunächst einmal schmerzhaft, aber sie können auch Anlagechancen eröffnen. Obwohl die Angst vor Verlusten stets von relativ kurzer Dauer ist, dämpft sie das Kaufinteresse der Anleger an Risikopapieren. Gleichzeitig werden die Derivate-Märkte von jenen Investoren bestimmt, die sich gegen Rückschlagrisiken absichern möchten. Deshalb können die Risikoaufgelder bei Optionen ansteigen, was alternativen, optionsbasieren Anlagestrategien größere Chancen auf positive Erträge eröffnen kann.

Steve Waddington – Portfoliomanager, Insight Investment

Im Jahr 2017 ließ die Weltwirtschaft die Phase eines schleppenden, von den USA dominierten Wachstums hinter sich und setzte zu einer eher synchronen weltweiten Erholungstendenz an. Angesichts einer nach wie vor recht moderaten Inflation stiegen die Unternehmensgewinne kräftig an. Dies kam sowohl den Aktien- als auch den Credit-Märkten zugute, während die Volatilität in der Folge auf historische Tiefs sank. Bisher … erfahren Sie mehr

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China auf Kredit-Entzug

Die chinesischen Behörden streben zurzeit eine geringere Abhängigkeit ihres Wirtschaftsmodells von Kreditfinanzierungen an, so dass weniger Kredite benötigt werden, um das BIP-Wachstum anzukurbeln. Trotz der jüngsten Maßnahmen, das Bankensystem des Landes mit nachhaltigerer Liquidität auszustatten, wird eine strengere Finanzaufsicht bei der Frage, wie Kredite innerhalb und außerhalb der Bilanz verwendet werden, ebenso an der Tagesordnung sein wie eine weitere Restrukturierung von Staatskonzernen. Damit ist aber bereits einiges erreicht. So geht der prozentuale Anteil der Bankeinlagen sowie der gesamten Sozialausgaben (die stellvertretend für die inner- und außerbilanzielle Kreditaufnahme stehen) am chinesischen BIP allmählich bereits zurück. Diese Entwicklung illustriert, wie effektiv die Verschärfung des Finanzumfelds sowie das Durchgreifen gegen Schattenbanken gewesen sind.

Aninda Mitra, leitender Staatsanleihenanalyst, BNY Mellon AMNA

Die chinesischen Behörden streben zurzeit eine geringere Abhängigkeit ihres Wirtschaftsmodells von Kreditfinanzierungen an, so dass weniger Kredite benötigt werden, um das BIP-Wachstum anzukurbeln. Trotz der jüngsten Maßnahmen, das Bankensystem des Landes mit nachhaltigerer Liquidität auszustatten, wird eine strengere Finanzaufsicht bei der Frage, wie Kredite innerhalb und außerhalb der Bilanz verwendet werden, ebenso an der Tagesordnung sein wie eine weitere Restrukturierung … erfahren Sie mehr

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Die Revolution, die der Industrie Einsparungen von 421 Mrd. US-Dollar im Jahr bescheren wird

Industrie 4.0 – unsere Bezeichnung für die vierte industrielle Revolution – nutzt smarte Technologie, um Produktionsprozesse zu optimieren, damit diese noch effizienter werden und sich einfacher an die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen. Dieser Trend verheißt die Verzahnung von Automatisierung, Daten, Analysen und Produktion, um so neue Geschäfts- und Betriebsmodelle zu entwickeln. Computer und Roboter werden in „smarten Fabriken“ auf ganz neue Art und Weise miteinander kombiniert. Dort werden Roboter mit externen digitalen System verbunden, welche die entsprechenden Maschinen dann „anlernen“. Diese Systeme analysieren Informationen aus den Fertigungsräumen, kontrollieren die Produktionslinien und treffen Entscheidungen, ohne dass der Mensch in erheblichem Maße eingreifen muss.

In Zukunft wird an den Produktionslinien nur noch ein Bruchteil der Arbeitskräfte tätig sein, die derzeit benötigt werden. Deshalb könnte es zukünftig nicht mehr so wichtig sein, die Produktion in Billiglohnländer zu verlagern. Außerdem könnte anstelle von Handwerkern der Bedarf an Software-Ingenieuren steigen, die in der Lage sind, die immer komplexer werdenden Systeme zu überwachen.

Aus diesen Gründen könnte Industrie 4.0 dazu führen, dass in Europa und den USA wieder mehr in die Produktion investiert wird. In der Folge könnte es hinsichtlich der Produktionsverlagerung in Billiglohnländer wie Mexiko und Bangladesch, die Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts zu beobachten war, zu einer Trendwende kommen. Eine Revolution dieses Ausmaßes wird aber wohl zwangsläufig zu einer wirtschaftlichen Umverteilung führen, und zwar sowohl auf Länderebene als auch zwischen Arbeit und Kapital. Dies könnten die auf lange Sicht gravierendsten Auswirkungen von Industrie 4.0 sein.

Walter Scott Global Leaders-Team

Industrie 4.0 – unsere Bezeichnung für die vierte industrielle Revolution – nutzt smarte Technologie, um Produktionsprozesse zu optimieren, damit diese noch effizienter werden und sich einfacher an die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen. Dieser Trend verheißt die Verzahnung von Automatisierung, Daten, Analysen und Produktion, um so neue Geschäfts- und Betriebsmodelle zu entwickeln. Computer und Roboter werden in „smarten Fabriken“ auf … erfahren Sie mehr

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Wer gewinnt einen Handelskrieg?

Handelskriege kennen keine Sieger. Natürlich erleidet das exportierende Land in einem Handelskrieg Verluste, aber das gilt auch für den importierenden Staat. In einem Handelskrieg gibt es keine Gewinner, weil in solchen Situationen vergleichsweise teure Güter in der Regel durch preiswertere verdrängt werden. Tatsächlich werden Verbrauchern in einem Handelskrieg jene Effizienzsteigerungen vorenthalten, die durch die Expansion der globalen Lieferkette erzielt worden sind.

Welchen Schaden ein solcher Handelskrieg verursachen kann, war erst 2002 zu beobachten, als zuletzt Zölle auf Stahl erhoben wurden. Nachdem eine ganze Reihe von Stahlwerken geschlossen worden war und die Stahlimporte gleichzeitig anstiegen, führte der damalige US-Präsident Bush Einfuhrzölle auf ausgewählte Stahlprodukte ein. Insgesamt hatten diese Maßnahmen aber nur einen minimalen Effekt auf die Beschäftigungslage in der Stahlindustrie. Allerdings fielen bei jenen Firmen, die diese Stahlprodukte weiterverarbeiteten, in der Folge rund 200.000 Arbeitsplätze weg (im Vergleich dazu waren in der US-Stahlproduktion seinerzeit insgesamt lediglich 180.000 Menschen beschäftigt).[1]

Aufgrund dieser Zölle hatten US-Unternehmen aus dem weiterverarbeitenden Gewerbe (und zwar insbesondere kleinere Firmen) mit höheren Produktionskosten zu kämpfen, wodurch ihre Profitabilität belastet wurde. Und da sie ihre Preise nicht einfach anheben konnten, waren zuvor noch profitable Unternehmen gezwungen, ihre Produktion und damit auch die Zahl ihrer Mitarbeiter zu reduzieren. Obwohl also die Einführung von Zöllen und Handelsbarrieren darauf abzielt, Arbeitsplätze aus dem Ausland in die USA zurückzuholen, führen sie dort letztlich oftmals zu höheren Preise und dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Von Brendan Mulhern, globaler Stratege, BNY Mellon Global Real Return-Strategie, Newton

[1] Studie von Trade Partnership Worldwide. Die unbeabsichtigten Konsequenzen der US-Einfuhrzölle auf Stahl: Eine Quantifizierung der Auswirkungen im Jahr 2002, 7. Februar 2003.

Handelskriege kennen keine Sieger. Natürlich erleidet das exportierende Land in einem Handelskrieg Verluste, aber das gilt auch für den importierenden Staat. In einem Handelskrieg gibt es keine Gewinner, weil in solchen Situationen vergleichsweise teure Güter in der Regel durch preiswertere verdrängt werden. Tatsächlich werden Verbrauchern in einem Handelskrieg jene Effizienzsteigerungen vorenthalten, die durch die Expansion der globalen Lieferkette erzielt worden … erfahren Sie mehr

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Wird Spanien allmählich zu einem Semi-Kernland?

Wir vertreten die Auffassung, dass sich Spanien mittlerweile rein wirtschaftlich betrachtet von einem Peripheriestaat zu einem Semi-Kernmitgliedsland der Eurozone entwickelt hat. So geht der IWF davon aus, dass das Wachstumspotenzial Spaniens von 0% aus 2014 in diesem Jahr auf 1,5% angestiegen ist. Insofern haben die Strukturreformen, die ab 2009 umgesetzt worden sind, die Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes recht deutlich gesteigert und zu einem höheren Wachstumspotenzial geführt.

Darüber hinaus dürfte der Finanzmarkt Spanien im kommenden Jahr wohlwollend behandeln. Ein Katalysator dafür könnte die Überprüfung des spanischen Bonitätsratings durch S&P am 23. März 2018 sein. Derzeit liegt diese Einstufung zwar noch bei BBB+, der Ausblick ist jedoch „positiv“.

Die Wachstumsaussichten sind nach wie vor robust, und der Konflikt zwischen Katalonien und Madrid hat sich entspannt. Deshalb vertreten wir die Auffassung, dass die volkswirtschaftlichen Risiken deutlich genug nachgelassen haben, damit die Ratingagentur Spanien auf A- heraufstufen kann. Wenn dann zwei Ratingagenturen diesem Markt ein A-Rating geben (Fitch hatte die Bonitätseinstufung Spanien bereits am 19. Januar auf A- angehoben), wird unserer Ansicht nach auch der Finanzmarkt für Spanien eine A-Bonität einpreisen.

Rebecca Braeu, BNY Mellon AMNA

Wir vertreten die Auffassung, dass sich Spanien mittlerweile rein wirtschaftlich betrachtet von einem Peripheriestaat zu einem Semi-Kernmitgliedsland der Eurozone entwickelt hat. So geht der IWF davon aus, dass das Wachstumspotenzial Spaniens von 0% aus 2014 in diesem Jahr auf 1,5% angestiegen ist. Insofern haben die Strukturreformen, die ab 2009 umgesetzt worden sind, die Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes recht deutlich gesteigert und … erfahren Sie mehr

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MarketEye: Sind wir ins Jahr 1999 zurückgekehrt?

Warum es an der Zeit ist, in kleinere Unternehmen aus Japan zu investieren

In den 12 Monaten bis zum 31. Dezember legten die sogenannten FANG[1]-Aktien auf US-Dollar-Basis im Durchschnitt rund 50% zu, während der breite Markt gemessen am S&P 500-Index nur 23% hinzugewann. Gleichzeitig hat auch Asien seine eigenen Technologieriesen, die umgangssprachlich als BAT-Titel (Baidu, Alibaba und Tencent) bezeichnet werden und ebenso wie die FANG-Aktien im Jahr 2017 spektakuläre Ergebnisse vorgelegt haben (so kletterten ihre Aktienkurse in US-Dollar gerechnet im gleichen Zeitraum um durchschnittlich rund 80% nach oben).

Ohne diese „Dracula-Aktien“ (also die FANG-Werte – „fang“ ist das englische Wort für „Reißzahn“ – und die BAT-Titel – „bat“ heißt auf Deutsch „Fledermaus“ – zusammengenommen) hätten sich Märkte wie der S&P 500 im letzten Jahr sicherlich nicht so überragend entwickelt.

Die letzte Technologie-Blase trat zum Ende des letzten Jahrtausends auf. Und unserer Meinung nach haben in den aktuell angesagten Technologietiteln investierte Anleger zuletzt so ausgelassen gefeiert als seien wir schon wieder im Jahr 1999. In der Theorie ist das zwar schön und gut, aber wir würden eine weniger kurzfristige Sichtweise bevorzugen. Um es mit den unvergesslichen Worten von Prince Rogers Nelson auszudrücken: „Life is a party but parties weren’t meant to last“ („Das Leben ist zwar eine Party, aber keine Party dauert ewig“). [2]

Nick Clay, Portfoliomanager, Newton

[1] Die Bezeichnung FANG-Aktien bezieht sich auf die Titel Facebook, Amazon, Netflix und Google (das mittlerweile in Alphabet umbenannt worden ist).

[2] Aus dem Song 1999 von Prince, der am 24. September 1982 veröffentlicht und am 3. November 1998 erneut herausgegeben wurde.

Warum es an der Zeit ist, in kleinere Unternehmen aus Japan zu investieren In den 12 Monaten bis zum 31. Dezember legten die sogenannten FANG[1]-Aktien auf US-Dollar-Basis im Durchschnitt rund 50% zu, während der breite Markt gemessen am S&P 500-Index nur 23% hinzugewann. Gleichzeitig hat auch Asien seine eigenen Technologieriesen, die umgangssprachlich als BAT-Titel (Baidu, Alibaba und Tencent) bezeichnet werden … erfahren Sie mehr

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