An die Benchmark gebunden?

Mit Marktkapitalisierung gewichtete Benchmarks erlangten in den Jahrzehnten nach den 1950er Jahren einen prominenten Stellenwert, als das Konzept des Marktbetons “Beta” (das “voll diversifizierte Marktportfolio”) im Rahmen der modernen Portfoliotheorie entwickelt wurde [1]. Benchmarks sind jetzt der übliche Proxy für Beta. Ursprünglich wurden diese Benchmarks als Leitfaden verwendet, um die Leistung eines Managers zu messen. Im Laufe der Zeit wurden die Marktteilnehmer jedoch darauf fixiert, jeden Unterschied zwischen einem Portfolio und seiner Benchmark zu analysieren, wodurch die Anleger möglicherweise näher an sie herangeführt und von ihren Kernzielen entfernt wurden.

Mit dem Aufstieg Benchmark-bewusster Anlagen, entweder explizit (durch passive Mandate) oder implizit (durch “Closing” -Indizierung aktiver Portfolios), scheint ein Großteil der Branche dieses einkommensorientierte Ziel aus den Augen zu verlieren und fokussieren stattdessen auf Preisbewegungen in einem Markt, wo sich die Instrumente zum Nennwert einpendeln.

Aus unserer Sicht wirft diese Obsession auf Benchmarks vier Hauptprobleme auf: Indizes sind strukturell auf die am stärksten verschuldeten Emittenten ausgerichtet, Marktgewichte können zu Konzentrationsrisiken führen, passive Fonds neigen zu Zwangsverkäufen und “Closet”-Indexierungen können aktive Fond an fehlerhafte Benchmarks binden.

Unserer Ansicht nach maximiert das Benchmark-Agnostic durch die Suche nach den attraktivsten Kreditmöglichkeiten das Potenzial, Beta und Alpha effizienter zu erfassen. Wir sind davon überzeugt, dass flexible Strategien den Anlegern helfen können, die durch Benchmarks geschaffenen künstlichen Barrieren auszunutzen.

Gautam Khanna und James DiChiaro, leitende Portfoliomanager. Insight Investment – eine BNY Mellon-Gesellschaft

[1]Quelle: Portfolio Selection, Harry Markowitz, The Journal of Finance, 1952. 3 Bloomberg, Bank of America Merrill Lynch, Insight, Juni 2018

Mit Marktkapitalisierung gewichtete Benchmarks erlangten in den Jahrzehnten nach den 1950er Jahren einen prominenten Stellenwert, als das Konzept des Marktbetons “Beta” (das “voll diversifizierte Marktportfolio”) im Rahmen der modernen Portfoliotheorie entwickelt wurde [1]. Benchmarks sind jetzt der übliche Proxy für Beta. Ursprünglich wurden diese Benchmarks als Leitfaden verwendet, um die Leistung eines Managers zu messen. Im Laufe der Zeit wurden … erfahren Sie mehr

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Oktoberstürze an den Aktienmärkten?

Keats nannte es die “Jahreszeit der Nebel und sanfte Fruchtbarkeit”, aber für die Märkte kann der – insbesondere der Oktober – eine turbulente Zeit sein. Es gab natürlich die Abstürze von 2008 und 1987, als der Markt um 16,9% bzw. 21,8% an Wert Verlor [1]. Und während ein effizienter Markt wie der S&P500 nicht saisonal sein sollte, ist es eindeutig: Die durchschnittliche S&P500-Monatsrate im Oktober beträgt nur 0,5%, 7 Basispunkte unter der durchschnittlichen monatlichen Wachstumsrate des S&P500 seit 1928.

Fragen Sie mich nicht, warum das so ist – statistische Regelmäßigkeiten wie diese sollten in einem effizienten Aktienmarkt nicht vorkommen. Vielleicht ist es nur der Beginn des Herbst-Blues (zumindest auf der nördlichen Hemisphäre). Sicherlich scheinen die Märkte derzeit nervös zu sein, mit einem S&P500-Rückgang von 5% (in Dollar gerechnet) in den ersten 19 Oktobertagen (-5,5% für den MSCI World) und einem Vix-up von über 19 (unten von seinem Höhepunkt am 11. bei 24.98). Einige auf die Prognosen der US-Inflation, der Zinssätze und der Anleiherenditen konzentrieren, wobei eine bedeutende Minderheit befürchtet, dass die Federal Reserve einen Politikfehler begehen wird – was die Inflation nach oben treiben wird. Für andere bewegt sich die Fed zu schnell, unabhängig davon, was mit der Inflation geschieht – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Anleiherenditen, Handelskonflikte, der Globalisierung und hoher Ölpreise. Diese Sorgen scheinen die Haupttreiber der starken Kurseinbrüche dieses Monats gewesen zu sein.

Es gab viele Oktober in denen der S&P500 gut abschnitt – 48 von 90, wo das Wachstum im Oktober den seit 1928 üblichen 90-Jahres-Durchschnitt übertraf. Und September, Februar und Mai sind statistisch gesehen durchschnittlich schlechtere Monate. Grundsätzlich liegt meine Sympathie bei der Fed. Ich denke, es ist viel zu früh, um einen Inflationsschock zu sehen – das Verhältnis zwischen Inflation und Kapazität hat sich seit der Finanzkrise merklich verändert. Die Inflationserwartungen scheinen gut verankert zu sein, und das Konzept der Kapazität scheint selbst auf dem US-Arbeitsmarkt fraglich. Sollte das Wachstum aufgrund von Handelskonflikten, Ölpreisen oder sonst etwas stark nachlassen, wird die Fed wahrscheinlich reagieren, indem sie die Zinsen nicht in dem Tempo erhöht, das derzeit angegeben wird.

Also sollten wir vielleicht einen tiefen Atemzug nehmen und uns an den anderen großartigen Poeten und Aktienmarkt-Guru T. S. Eliot erinnern. Schließlich ist der Oktober nicht der schlechteste Monat; der April ist es. Oder, wie sie auf den Märkten sagen, “im Mai verkaufen und weggehen” – bis Oktober.

Shamik Dhar, chief economist, BNY Mellon Investment Management

[1] Quellen für all Daten: Bloomberg, 10 October 2018.

Keats nannte es die “Jahreszeit der Nebel und sanfte Fruchtbarkeit”, aber für die Märkte kann der – insbesondere der Oktober – eine turbulente Zeit sein. Es gab natürlich die Abstürze von 2008 und 1987, als der Markt um 16,9% bzw. 21,8% an Wert Verlor [1]. Und während ein effizienter Markt wie der S&P500 nicht saisonal sein sollte, ist es eindeutig: … erfahren Sie mehr

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Japan: Überbrückung der Produktivitätslücke

Da die japanische Gesellschaft immer älter wird, wird sie sich immer stärker auf Automatisierung und neue Technologien stützen müssen, um die entstehende Produktivitätslücke zu schließen. Das schafft Voraussetzungen, dass Roboter Aufgaben übernehmen, die früher durch Menschen ausgeführt wurden. Beschäftigungsdaten und Arbeitskräfteprojektionen unterstreichen diesen Punkt.

Das japanische Stellen-Bewerber-Verhältnis ist daher auch stark gestiegen, während die Arbeitslosenquote aufgrund der Erholung der Wirtschaft nach 20 Jahren Stagnation und Deflation, während der das nominale BIP tatsächlich schrumpfte, stark zurückgegangen ist.

Obwohl mehr Frauen in das Erwerbsleben eintreten, wird die Zahl der Erwerbstätigen im nächsten Jahrzehnt nur bestenfalls steigen. Zusammen ergibt die Kombination aus einem angespannten Arbeitsmarkt und dem strukturellen Trend einer alternden Bevölkerung einen echten Bedarf für eine automatisierte Zukunft.

Da die japanische Gesellschaft immer älter wird, wird sie sich immer stärker auf Automatisierung und neue Technologien stützen müssen, um die entstehende Produktivitätslücke zu schließen. Das schafft Voraussetzungen, dass Roboter Aufgaben übernehmen, die früher durch Menschen ausgeführt wurden. Beschäftigungsdaten und Arbeitskräfteprojektionen unterstreichen diesen Punkt. Das japanische Stellen-Bewerber-Verhältnis ist daher auch stark gestiegen, während die Arbeitslosenquote aufgrund der Erholung der Wirtschaft … erfahren Sie mehr

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Vorbereitung auf eine 5G-Revolution?

Der letzte Wandel, der sich am Markt vollzogen hat, war der Wechsel vom 3G- auf den 4G-Standard, bei dem es in erster Linie darum ging, die Geschwindigkeit der Online-Kommunikation zu steigern. Der 5G-Standard stellt allerdings eine weitaus komplexere Mobilfunktechnologie dar, die völlig neuartige Formen von Anwendungen zur Folge haben und den Nutzern Zugang zu neuen Funkfrequenzen ermöglichen wird, die sich mit früheren Technologien nicht nutzen ließen.

Die niedrigere Latenz – oder anders ausgedrückt: die hohe Reaktionsfähigkeit von 5G – eröffnet Spielraum für neue Applikationen, die innerhalb von Millisekunden reagieren, wie z.B. ferngesteuerte Drohnen, autonome Fahrzeuge und eine Vielzahl weiterer Anwendungen. Im Zentrum von 5G wird das Internet der Dinge stehen, und in diesem Zusammenhang wird es innerhalb der 5G-Netzwerke zu einem deutlich erhöhten Kommunikationsvolumen zwischen einzelnen Geräten kommen.

Zahlreiche Netzbetreiber haben in den vergangenen Jahren den Glasfaserausbau vorangetrieben und sind nun in der Lage, sich diese Infrastruktur zunutze zu machen. Trotz der umfangreichen Investitionen in diese Infrastruktur bleibt sie in vielen Fällen noch unausgelastet. Da wir uns jedoch auf eine immer stärker vernetzte Welt zubewegen, gehen wir davon aus, dass der Markt diesen Glasfasernetzen künftig einen höheren Wert beimessen wird und sich daraus dann auch Anlagechancen ergeben werden. Schließlich könnten intelligente Städte Millionen neuer App-Optionen bieten, an die wir bislang überhaupt noch nicht gedacht haben. Allerdings müssen diese aber zuerst einmal technisch ermöglicht werden.

Matthew Griffin, Leitender Researchanalyst. The Boston Company, BNY Mellon Asset Management North America Corporation

Der letzte Wandel, der sich am Markt vollzogen hat, war der Wechsel vom 3G- auf den 4G-Standard, bei dem es in erster Linie darum ging, die Geschwindigkeit der Online-Kommunikation zu steigern. Der 5G-Standard stellt allerdings eine weitaus komplexere Mobilfunktechnologie dar, die völlig neuartige Formen von Anwendungen zur Folge haben und den Nutzern Zugang zu neuen Funkfrequenzen ermöglichen wird, die sich … erfahren Sie mehr

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Bereit für eine Beendigung der lockeren Geldpolitik? In welcher Phase befinden sich die Anleihenmärkte?

Aus Makro-Sicht gehen wir aktuell davon aus, dass sich die Anleihenmärkte mitten in einem Übergangsjahr befinden. Dies ist auf den derzeit stattfindenden allmählichen geldpolitischen Straffungsprozess in den USA zurückzuführen, der sich negativ auf diverse Sektoren des Anleihenmarktes, die sich in unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus befinden, auswirkt.

Staatsanleihen aus den Industriestaaten bekamen die negativen Auswirkungen der geldpolitischen Straffungsmaßnahmen als erstes zu spüren, gefolgt von Schwellenländer-Staatsanleihen. Schließlich machen sich die Auswirkungen auch in der Realwirtschaft und somit bei Hochzins-Unternehmensanleihen bemerkbar. Um einen Überblick darüber zu erhalten, wie dieser Prozess verlaufen wird, haben wir die nachfolgende Uhr entwickelt, die verdeutlicht, welche Segmente des Anleihenmarktes von welcher Phase des Marktzyklus betroffen sind.

Vor 2016 stand die Uhr auf 12 Uhr mittags – der Wachstumsphase –, als das Wirtschaftswachstum hoch war und eine lockere Geldpolitik verfolgt wurde. Danach begann der Markt für US-Staatsanleihen auf die Entscheidung der US Federal Reserve (Fed), die Zinsen anzuheben, und auf die von ihr in Aussicht gestellte Bilanzverkleinerung zu reagieren, was in der zweiten Jahreshälfte 2016 eine Verkaufswelle bei US-Staatsanleihen zur Folge hatte. Dieser Zeitraum entspricht auf der oben dargestellten Uhr 16 Uhr.

Seit Beginn dieses Jahres befinden wir uns in Phase drei – dem Ausstieg aus der lockeren US-Geldpolitik (20 Uhr) –, da die Verknappung der USD-Liquidität in Schwellenländern, die US-Kredite aufweisen, Stress auslöst. In Phase 4 (21 Uhr) verzeichnen US-Staatsanleihen eine Rally, wohingegen es bei Unternehmensanleihen zu einer Verkaufswelle kommt, da sich der Wirtschaftsausblick eintrübt. Zu diesem Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass Hochzinsanleihen (und wahrscheinlich auch die Aktienmärkte) aufgrund des negativen Ausblicks nachgeben werden.

Dies könnte sich unserer Ansicht nach im IV. Quartal 2018 ereignen, wenn der Markt den Fokus auf die Wachstumsprognosen für 2019 legt und in der Lage ist, eine fundierte Vermutung darüber anzustellen, wann die Fed ihre Zinserhöhungen einstellen wird. Wie an der Uhr ersichtlich, verläuft der Straffungszyklus zwar graduell, doch letztendlich wird ein Preis für Anlagen zu zahlen sein, die dem Wachstum vorausgeeilt sind.

Paul Brain – Leiter Fixed Income. Newton Investment Management, ein Unternehmen der BNY Mellon-Gruppe

Aus Makro-Sicht gehen wir aktuell davon aus, dass sich die Anleihenmärkte mitten in einem Übergangsjahr befinden. Dies ist auf den derzeit stattfindenden allmählichen geldpolitischen Straffungsprozess in den USA zurückzuführen, der sich negativ auf diverse Sektoren des Anleihenmarktes, die sich in unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus befinden, auswirkt. Staatsanleihen aus den Industriestaaten bekamen die negativen Auswirkungen der geldpolitischen Straffungsmaßnahmen als erstes zu … erfahren Sie mehr

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Das BBB-Rätsel: Steht ein Unglück bevor?

Die Zusammensetzung des Marktes für US-Unternehmensanleihen mit Investment Status (Investment Grade/IG) hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch verändert. Die Zunahme der Anleihen-bedingten M&A-Aktivitäten sowie der Aktienrückkäufe hatten einen Anstieg der Verschuldung und eine explosionsartige Zunahme bei US-IG-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating zur Folge. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Ratingagenturen zwar Herabstufungen vorgenommen haben, in einigen Fällen aber wohl zu nachsichtig waren und zu stark auf die Fähigkeit/den Wunsch der Unternehmen vertraut haben, ihre Schulden innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens abzubauen.

Der allgemeine Trend hin zu einer höheren Verschuldung steht jedoch im Einklang mit dem sich verbessernden Wirtschaftsumfeld. Die US-Wirtschaft befindet sich nach wie vor inmitten eines ausgedehnten Konjunkturaufschwungs, der vor beinahe einem Jahrzehnt begann und die längste Expansion in der Geschichte des Landes darstellen dürfte, sollte er bis in den Sommer 2019 hinein anhalten. Zusammen mit den jüngsten Steuerreformen stellt dies ein äußerst günstiges Umfeld für amerikanische Unternehmen dar. Die Steuerreformen dürften eine Verbesserung der freien Cashflows der Unternehmen bewirken, wodurch diese in der Lage wären, ihre höhere Schuldenlast effizienter zu managen. Und die mittlerweile höheren Fremdkapitalkosten nach Abzug von Steuern machen die Verschuldung aus Sicht des Emittenten außerdem weniger attraktiv. Dies dürfte opportunistische Anleihenemissionen etwas bremsen. In Anbetracht der nach wie vor lockeren Geldpolitik, der Vollbeschäftigung in der Wirtschaft und der Tatsache, dass die bevorzugte Inflationskennzahl der Federal Reserve erstmals seit sechs Jahren die Marke von 2% erreicht hat, ergibt die zunehmende Unternehmensverschuldung mehr Sinn.

Erwähnenswert ist zudem, dass die Bewertungen von BBB-Papieren vor dem Hintergrund der historischen Ausfallraten nach wie vor attraktiv erscheinen. Falls der Kreditzyklus eine Wende vollzieht und die Unternehmen ihre Schulden nicht in ausreichendem Maße abbauen, könnten sich die Ratingagenturen jedoch gezwungen sehen, einige dieser Large Cap-Unternehmen in den Hochzinsbereich herabzustufen. Wir sind daher der Überzeugung, dass der Einzeltitelselektion nunmehr eine noch wichtigere Rolle zukommt.

Peter Bentley – Leiter britische und globale Anleihen. Insight Investment, ein Unternehmen der BNY Mellon-Gruppe

Die Zusammensetzung des Marktes für US-Unternehmensanleihen mit Investment Status (Investment Grade/IG) hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch verändert. Die Zunahme der Anleihen-bedingten M&A-Aktivitäten sowie der Aktienrückkäufe hatten einen Anstieg der Verschuldung und eine explosionsartige Zunahme bei US-IG-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating zur Folge. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Ratingagenturen zwar Herabstufungen vorgenommen haben, in einigen Fällen aber wohl zu … erfahren Sie mehr

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Ausverkauf bei den Schwellenländern – ein vorzeitiger Ausstieg?

Es besteht kein Zweifel, dass die Schwellenländer seit Anfang des Jahres eine schwierige Phase durchgemacht haben, und es ist leicht zu verstehen, warum Investoren skeptisch sind. Ereignisse wie die italienische Politik und Trumps künftiges Handelsverhalten könnten negative Schocks auslösen und sind schwer zu messen oder vorherzusehen. Wir denken jedoch, dass die Abkehr von den Schwellenländern verfrüht sein könnte; Unser globaler Makroausblick unterstützt die Anlageklasse tatsächlich.

Wir gehen davon aus, dass die wichtigsten externen Faktoren zu einer Umkehr der jüngsten Trends und zu einer Stärkung der Schwellenländer-Assets führen werden, wie etwa Anleihen in Landeswährung. Während sich die US-Zinsen wahrscheinlich noch etwas nach oben bewegen werden, wird der Großteil der erwarteten Zinserhöhungen der Federal Reserve bereits in den Terminkurven eingepreist. Relativ gesunde globale Wachstumsprognosen unterstützen weiterhin die Rohstoffpreise, ein offensichtlicher Segen für viele Rohstoffexporteure. Schließlich glauben wir, dass einige fundamentale Faktoren für die US-Dollar-Abwertung intakt bleiben. Wir denken auch, dass der US-Dollar teuer ist, vor allem wenn man bedenkt, dass fiskalische Defizite zunehmen. Wenn der US-ollar zu rutschen beginnt, was wir erwarten, wird dies Rückenwind für die Anlageklasse schaffen. Wir müssen zwar etwas geduldig sein, aber wir gehen davon aus, dass sich die Anlageklasse erholen und wahrscheinlich bemerkenswerte Renditen erzielen wird.

Federico Garcia Zamora – Portfolio Manager bei Standish, BNY Mellon Asset Management North America

Es besteht kein Zweifel, dass die Schwellenländer seit Anfang des Jahres eine schwierige Phase durchgemacht haben, und es ist leicht zu verstehen, warum Investoren skeptisch sind. Ereignisse wie die italienische Politik und Trumps künftiges Handelsverhalten könnten negative Schocks auslösen und sind schwer zu messen oder vorherzusehen. Wir denken jedoch, dass die Abkehr von den Schwellenländern verfrüht sein könnte; Unser globaler … erfahren Sie mehr

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Maß für Maß: Die Verkaufswelle bei Schwellenländeranleihen im Kontext

Anleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) stehen in diesem Jahr bislang unter Druck, und die Anleger fragen sich, ob es sich hierbei lediglich um eine Korrektur der starken Wertentwicklung der zurückliegenden beiden Jahre handelt, oder ob vielleicht ein neuer, stärkerer Trend eingeleitet wird. Es bestehen gewisse Parallelen zwischen der derzeitigen Verkaufswelle und dem „Taper Tantrum“ des Jahres 2013, denn beide Male spielte die Normalisierung der Geldpolitik seitens der US-Notenbank eine Rolle. Hat dieser Vergleich tatsächlich Gültigkeit, dann dürfte der Abverkauf inzwischen größtenteils überstanden sein. Zu den größten Sorgen auf Anlegerseite gehören zwei bedeutende globale Makrorisiken, deren weitere Entwicklung unklar ist – die Normalisierung der Geldpolitik und der Handelsprotektionismus. Vor dem Hintergrund dieser globalen makroökonomischen Unsicherheitsfaktoren rücken die Schwachstellen der Schwellenländer zunehmend in den Blickpunkt. Verstärkt wurde die Verkaufswelle allerdings eher durch technische und nicht durch fundamentale Faktoren, denn Anleger haben im großen Stil ihre Positionen in Cross Over-Papieren aufgelöst. Im Vergleich mit 2013 befinden sich die Schwellenmärkte unserer Einschätzung nach insgesamt in einer besseren fundamentalen Verfassung. Aus den Verwerfungen, die durch die undifferenzierten Verkäufe entstanden sind, könnten sich für Anleger, die flexibel agieren können, durchaus neue Anlagechancen ergeben.

Colm McDonagh – Leiter Schwellenländeranleihen. Insight Investment, ein Unternehmen der BNY Mellon-Gruppe

Anleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) stehen in diesem Jahr bislang unter Druck, und die Anleger fragen sich, ob es sich hierbei lediglich um eine Korrektur der starken Wertentwicklung der zurückliegenden beiden Jahre handelt, oder ob vielleicht ein neuer, stärkerer Trend eingeleitet wird. Es bestehen gewisse Parallelen zwischen der derzeitigen Verkaufswelle und dem „Taper Tantrum“ des Jahres 2013, denn … erfahren Sie mehr

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Drohen Schwierigkeiten? Der Handelsstreit zwischen den USA und China spitzt sich zu.

Diesen Monat verhängten die USA Zölle in Höhe von 25% auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar, und nach einer Konsultationsphase stehen Einfuhrabgaben auf weitere chinesische Waren im Umfang von 16 Milliarden US-Dollar zur Debatte. Bisher scheinen sich die direkten wirtschaftlichen Folgen dieser Zölle noch in Rahmen zu halten. Die Metallexporte in die USA machen weniger als 3% der gesamten Ausfuhren aus (was selbst für Kanada und Mexiko gilt), und das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts dürfte durch die jüngsten Abgaben lediglich um 0,1% bis 0,2% geschmälert werden. Allerdings könnte Trumps Drohung, weitere chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Zöllen zu belegen, künftig stärkere Auswirkungen auf das Wachstum und das Kaufinteresse an Risikopapieren haben.

Die USA und China sind überwiegend binnenwirtschaftlich orientiert (die Exporte machen in den USA nur 10% und in China nur 20% des BIP aus). Allerdings verstärkt dieser exogene Gegenwind die politisch bedingte Konjunkturabschwächung in China, die dem Fokus Pekings auf die Entschuldung zuzuschreiben ist. Während der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China weiterhin auf Wachstum hindeutet, signalisierte die PMI-Teilkomponente für die Export-Auftragseingänge bereits vor der letzten Zollrunde eine schwächere Handelsdynamik. Die Entscheidungsträger in Peking haben mittlerweile reagiert. So unterstützt die People’s Bank of China (PBoC) den Renminbi rhetorisch, und die jüngsten gezielten Senkungen des Mindestreservesatzes für Großbanken sprechen für einen differenzierteren Ansatz beim Schuldenabbau.

Die (wirtschaftlichen und geopolitischen) Spannungen zwischen den USA und China dürften noch längere Zeit Einfluss auf das Anlageumfeld nehmen, da der Markt die Situation nun allmählich einpreist. China hat zwar im vergangenen Monat die Liste der nicht für ausländische Direktinvestitionen in Frage kommenden Sektoren verkürzt, bleibt diesbezüglich aber weiterhin besonders restriktiv und selektiv. Zudem scheint die „Made in China 2025“-Politik, der Präsident Xi eine hohe Priorität beimisst, beiden Seiten des politischen Establishments in den USA die Grenzen des „konstruktiven Engagements“ und die von China ausgehenden Herausforderungen eindrücklich vor Augen zu führen.

Trevor Holder – Portfoliomanager. Newton, ein Unternehmen der BNY Mellon-Gruppe

Diesen Monat verhängten die USA Zölle in Höhe von 25% auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar, und nach einer Konsultationsphase stehen Einfuhrabgaben auf weitere chinesische Waren im Umfang von 16 Milliarden US-Dollar zur Debatte. Bisher scheinen sich die direkten wirtschaftlichen Folgen dieser Zölle noch in Rahmen zu halten. Die Metallexporte in die USA machen weniger als 3% … erfahren Sie mehr

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Könnte eine Revolution bei Fahrgemeinschaften („Ridesharing“) die Investmentaussichten beflügeln?

Zwar könnte die umfassende Einführung von Fahrgemeinschaftssystemen Jahre der Entwicklung erfordern. Wir rechnen allerdings bereits bis 2020/2021 mit signifikanten Fortschritten, die zu diesem Zeitpunkt zu einem stärkeren Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung dieses Sektors beitragen dürften. Mit Blick auf die Zukunft dürften Stadtbewohner weniger geneigt sein, ein Auto zu kaufen, wenn eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gegeben ist. Zudem sind wir nicht allein mit unserer Ansicht, dass sich weltweit eine stärkere Nutzung von Robo-Taxis und autonomen Fahrzeugen abzeichnet.

Städte mit schlechten öffentlichen Verkehrsmitteln könnten Fahrgemeinschaften als sinnvolle Ergänzung zum Personennahverkehr erachten, und „Shared Mobility“ (gemeinsam genutzte Fahrzeuge) erfreut sich auch an globalen Märkten wie z.B. China zunehmender Beliebtheit. Viele Stadtbewohner realisieren mittlerweile auch, dass der Besitz eines Autos eine verschwendete Ressource darstellt, da es die meiste Zeit nicht bewegt wird und den Rest der Zeit zu Verkehrsstaus beiträgt.

In vielerlei Hinsicht unterscheiden sich Fahrgemeinschaften nicht grundlegend davon, zusammen mit Fremden die U-Bahn oder den Bus zu benutzen, und Überwachungskameras in den Autos könnten für ein zusätzliches Maß an Sicherheit sorgen. Jüngere Generationen greifen den Trend hin zu Fahrgemeinschaften bereits auf, und mit der Zeit dürften sich dem immer mehr Menschen anschließen.

Barry Mills – Leitender Researchanalyst. The Boston Company, Teil von BNY Mellon Asset Management North America.

Zwar könnte die umfassende Einführung von Fahrgemeinschaftssystemen Jahre der Entwicklung erfordern. Wir rechnen allerdings bereits bis 2020/2021 mit signifikanten Fortschritten, die zu diesem Zeitpunkt zu einem stärkeren Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung dieses Sektors beitragen dürften. Mit Blick auf die Zukunft dürften Stadtbewohner weniger geneigt sein, ein Auto zu kaufen, wenn eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gegeben ist. … erfahren Sie mehr

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